Strahlende Sterne
Papa bringt Maximilian in den Kindergarten.
„Kommst du nicht mit rein?", fragt Maximilian.
„Heute nicht", antwortet Papa. „Ich bin sowieso schon spät dran."
„Nur ganz kurz, bitte, bitte!"
„Morgen wieder", verspricht Papa und gibt Maximilian einen Kuss.
Maximilian trottet zur Tür, dreht sich aber noch einmal um und winkt. Papa winkt zurück. „MachÑs gut, mein Schatz!" In diesem Augenblick kommt Sophie und zieht die Tür auf. Maximilian läuft schnell hinter ihr her.
Es ist noch früh. Im Gruppenraum ist nur Felix. Und natürlich Frau Mattner. Maximilian und Sophie stürmen auf sie zu. „Hallo, Frau Mattner, was machen wir heute?" „Hallo, ihr beiden! Wir werden heute etwas basteln. Aber was, das verrate ich erst, wenn alle da sind!"
Nach und nach trudeln die Kinder ein, Frau Mattner holt Goldpapier und sagt: „Setzt euch bitte an die Tische. Wir basteln jetzt Sterne."
Sie erklärt und zeigt, wie das Goldpapier gefaltet werden muss, damit die Sterne schön gleichmäßig werden. „Lasst euch Zeit. Es kommt nicht darauf an, wer zuerst fertig ist. Die Sterne sollen schön werden. Das ist viel wichtiger." Maximilian nimmt einen Bogen Papier und faltet ihn so, wie Frau Mattner es ihnen gezeigt hat. Aber es wird kein schöner Stern. Er ist schief und krumm. Maximilian schielt zu Sophie hinüber. Vor ihr liegt ein fertiger Stern Ù ein schöner gerader Stern. Und schon faltet sie einen zweiten. Maximilian versucht seinen Stern genau so zu falten, wie Sophie es tut. Aber es klappt einfach nicht.
„Seht mal, Maximilians Stern ist mit einem Raumschiff zusammengestoßen", johlt Felix. Da wird Maximilian wütend. Er knüllt seinen Stern zusammen und schmeißt ihn Felix an den Kopf. „Felix! Maximilian! Hört sofort auf !" Frau Mattners Stimme hört sich jetzt sehr streng an.
Felix beugt sich schnell über sein Papier und faltet es eifrig. Maximilian aber laufen Tränen die Backen herunter. „Maximilian, was ist denn los?", fragt Frau Mattner. „Meine Sterne sind gar nicht schön", schnieft er. „Die von Sophie sind viel schöner." „Soll ich dir helfen?", fragt Sophie. Maximilian guckt sie einen Augenblick an Ù dann nickt er. Sophie zeigt ihm, was er falsch gemacht hat. Maximilian passt gut auf, dann probiert er es noch mal. „Fertig!", ruft er und zeigt Frau Mattner ganz stolz seinen Stern.
„Sehr schön", lobt sie ihn. „Du siehst, man darf nicht gleich den Mut verlieren."
Und dann hängt Frau Mattner die Sterne an den Adventkranz, wo sie mit den Kinderaugen um die Wette strahlen.
"1 2 3 Minutengeschichten zur Weihnachtszeit" von Manfred Mai, ISBN 978-3-473-34364-5, Ravensburger Buchverlag, 10,30 Euro. Erhältlich auch bei „Das Buch" im Messepark.