Wenn die Haut juckt und nässt
Mini Med Studium informiert umfassend über Neurodermitis und andere Hautleiden.
Feldkirch. Nicht nur Ärger sorgt zuweilen dafür, dass man am liebsten aus der Haut fahren würde. Noch öfter machen Erkrankungen der Haut das Leben schwer. Vor allem Ekzeme und damit verbunden Neurodermitis sind ein großes Problem, sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern. Über Ursachen und Heilungsmöglichkeiten informieren die Kinder-Derma-tologin Dr. Wiebke Wesseler vom LKH Feldkirch und Dr. Udo Längle, Hautfacharzt in Dornbirn, beim Mini Med Studium am kommenden Mittwoch im Montforthaus in Feldkirch.
Gene und Ernährung
An einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Haut leiden viele Kinder und immerhin vier Prozent der Erwachsenen. Die klassische Neurodermitis tritt bereits im Säuglingsalter auf. In Österreich ist schon jedes fünfte Kind betroffen. Aber auch andere, durch Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufene Leiden beeinträchtigen das Wohlbefinden zum Teil massiv. Speziell bei der Neurodermitis können die Ärzte bezüglich Ursache immer noch nur Vermutungen anstellen. So werden etwa genetische Störungen genannt. „Der Basisdefekt liegt sicher auch in einer Reifungsstörung sogenannter Suppressorzellen, die eine überschießende Immunreaktion bremsen sollten“, erklärt Udo Längle. Die Ernährung spielt gleichfalls eine Rolle, ebenso wie Stress. Neurodermitis zieht vor allem die Hornschicht der Haut arg in Mitleidenschaft. Längle: „Sie produziert weniger Talg als eine gesunde Haut und neigt zum Wasserverlust. Dadurch wird die Haut trocken, entzündlich gerötet und manchmal knötchenförmig verdickt und schuppig.“ Was die Beschwerden so quälend macht ist der Juckreiz. Patienten verbringen schlaflose Nächte und kratzen sich oft blutig. Die Folge sind nässende Hautwunden, die noch mehr jucken.
Kortison und Fett
Einen Ausweg aus dem Teufelskreis stellt die Behandlung mit Kortisonsalben dar. Zur Therapie gehört außerdem die Reduzierung bzw. Vermeidung von Risikofaktoren, zu denen Allergene in der Nahrung, Umweltbedingungen oder Bekleidungsstoffe zählen. Das führe in der Regel zu raschen Erfolgen, sagt Längle. Die Behandlung mit stark wirksamen kortisonhaltigen Substanzen sollte sich jedoch auf wenige Tage beschränken. Für die weitere Therapie bis zum Abklingen der Ekzeme werden in der Regel verdünnte Kortison-Mischsalben verwendet. Um Rückfälle zu vermeiden, ist letztlich die konsequente Anwendung von kortisonfreien Pflegesalben nötig. Und die Haut benötigt täglich Fett in Form von Pflegesalben und Ölbädern.
Lindernder Einfluss
Inzwischen gibt es für die Akut- und Langzeitbehandlung auch kortisonfreie Salben. Ihr Wirkstoff wird aus einem Pilz gewonnen. Einen lindernden Einfluss haben Anti-Histaminika, die als Tabletten oder Saft eingenommen werden. Diese Medikamente hemmen die Ausschüttung von Histamin, dem wichtigsten der für Juckreiz verantwortlichen Botenstoffe im Körper.
Mini Med
Zum Aus-der-Haut-Fahren – Neurodermitis und andere Hauterkrankungen Referent: Dr. Wiebke Wesseler, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Feldkirch, Dr. Udo Längle, Dermatologe in Dornbirn Termin: 17. März 2010, Montforthaus Feldkirch Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr Eintritt frei